Pizza, Pasta & Perspektiven in Berlin-Mitte

Politischer Besuch im Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte zeigt: Wohnraum ist Ausbildungsvoraussetzung

Was für ein Abend im Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte: Gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie Katharina Günther-Wünsch haben unsere Bewohner*innen gekocht, Pizza belegt und vor allem miteinander gesprochen – offen, direkt und auf Augenhöhe.

Im Mittelpunkt stand dabei nicht das formelle Programm, sondern der Austausch in der Gemeinschaftsküche: über das, was junge Menschen in Ausbildung wirklich bewegt. Themen wie bezahlbarer Wohnraum, der Übergang in den Beruf, Fachkräftemangel und die Frage, wie mehr junge Frauen für sogenannte „Männerberufe“ begeistert werden können, prägten den Abend.

Begegnung auf Augenhöhe statt Bühne

Nach der Begrüßung durch die Einrichtungsleitung Birgit Guerrazzi sowie Vertreter*innen von Kolping Deutschland ging es direkt in die Praxis: Schürzen an, Teig ausrollen, Zutaten vorbereiten – und gemeinsam in der neuen Küche des Hauses aktiv werden.

Kai Wegner zeigte sich dabei ebenso nahbar wie humorvoll und räumte augenzwinkernd ein, kein ausgewiesener Küchenprofi zu sein. Eine angehende Köchin, die ihre Ausbildung im Hotel Adlon absolviert, nahm das mit einem Lächeln – und sorgte damit für einen der vielen persönlichen Momente des Abends.

Auch Katharina Günther-Wünsch nahm sich viel Zeit für Gespräche und Fragen der Auszubildenden und interessierte sich besonders für deren individuelle Bildungs- und Lebenswege.

Wohnraum als Schlüssel zur Ausbildung

Ein zentrales Thema zog sich durch alle Gespräche:

„Wer über Fachkräftemangel spricht, muss auch über Wohnraum sprechen.“

Pizza belegen

Pizza belegen, Perspektiven entwickeln

© Ines-fotografie.Berlin/Kolping Deutschland | Ines-fotografie.Berlin/Kolping Deutschland

Denn fehlender oder unbezahlbarer Wohnraum ist für viele junge Menschen ein echtes Hindernis beim Start in die Ausbildung – insbesondere in Großstädten wie Berlin.

Das neue Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte bietet hier konkrete Lösungen: Insgesamt 104 Wohnplätze, darunter barrierearme und rollstuhlgerechte Zimmer, schaffen dringend benötigten Raum für Auszubildende.

„Berlin braucht Orte, an denen junge Menschen ihre Ausbildung beginnen und ihr Leben selbstbestimmt gestalten können“, betonte Kai Wegner. Das Azubiwohnen sei ein wichtiger Baustein für Fachkräftesicherung und gesellschaftliche Teilhabe.

Auch Katharina Günther-Wünsch hob hervor, dass Bildungsgerechtigkeit nur gelinge, wenn Ausbildung und Wohnraum zusammengedacht werden. Das Kolping Jugendwohnen sei ein Beispiel dafür, wie Übergänge in Ausbildung besser gestaltet werden können.

Perspektiven für junge Menschen

„Wir erleben jeden Tag, wie eng Ausbildung und Wohnen miteinander verbunden sind“, sagte auch die Hausleitung. Ohne bezahlbaren Wohnraum könnten viele junge Menschen ihre Ausbildung gar nicht erst antreten.

Gleichzeitig hilft das Wohnangebot, sogenannte Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt zu verringern: Während Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, fehlen gleichzeitig Wohnmöglichkeiten, um Mobilität zu ermöglichen.

Das Kolping Jugendwohnen Berlin-Mitte schafft hier gezielt Ausgleich – und unterstützt damit nicht nur einzelne Auszubildende, sondern auch Betriebe und die Stadt insgesamt.

Konkrete Lösungen statt abstrakter Debatten

Der Abend hat gezeigt: Die großen Herausforderungen des Ausbildungsmarktes lassen sich nicht nur politisch diskutieren, sondern konkret vor Ort erleben.

Pizza, Pasta und Perspektiven wurden so zu mehr als einem Motto – sie wurden zum Rahmen für einen ehrlichen Austausch darüber, wie Ausbildung in Zukunft gelingen kann.

Oder kurz gesagt: Wer über Fachkräftemangel spricht, muss über Wohnraum für Azubis sprechen.

Alle Fotos: © Ines-fotografie.Berlin/Kolping Jugendwohnen | Ines-fotografie.Berlin/Kolping Deutschland